Unter der Überschrift „pack ma’s“ führten die Lehrkräfte Carolin Huber und Kirsten Kirmeier das Gewaltpräventionstraining der Münchner Polizei an der Franziska-Obermayr-Schule Langquaid in der 6. Klasse durch, das Gewalthandlungen von Jugendlichen bereits im Vorfeld unterbinden und zivilcouragiertes Verhalten fördern soll. Mit Unterstützung der Dominik-Brunner-Stiftung und dem Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverband — Bezirksverband Niederbayern und Kreisverband Kelheim — wurden Lehrer, Sozialpädagogen, päd. Mitarbeiter verschiedener Schulen und Schularten aus dem Landkreis Kelheim für das Gewaltpräventionsprojekt „pack ma’s“ von den Münchner Polizisten Ralph Kappelmeier und Nico Witte ausgebildet.

Am Freitag, den 18. Juli beschäftigten sich die Schüler und Schülerinnen im Projekt „pack ma’s“ mit Themen wie zum Beispiel Gemeinschaft, Umgang mit Konflikten, Mobbing und Zivilcourage, die ihnen anhand von Rollenspielen und Übungen vermittelt wurden. Eine starke Gemeinschaft ist der beste Schutz vor Gewalt. Bei Spielen wie „die Floßfahrt“ mussten die Schüler versuchen, sich zusammen als Klasse auf so wenig Stühle wie möglich zu stellen, was nicht einfach war, aber den Schülern zeigte, wie wichtig eine gute Klassengemeinschaft ist. Im Anschluss an alle Rollenspiele fand eine intensive Nachbesprechung statt, deren Ergebnisse auf Flipcharts festgehalten wurden. Gemeinsam wurde so zum Beispiel erarbeitet, was eine gute Gemeinschaft ausmacht.

Gewaltsituationen sollten die Schüler beim Spiel „die Gewaltleiter“ auf einer Skala von 0 bis 100 einzustufen. Hier zeigte sich, dass jeder eine andere Sichtweise bzw. Erfahrung von Gewalt hat. Nur der Betroffene selbst kann festlegen, ob Gewalt vorliegt. Der Spruch „War nur Spass“ gilt also nicht mehr.

In den Rollenspielen wurden sinnvolle Verhaltensweisen erarbeitet, die in weiteren Spielen und durch das Festhalten auf Flipcharts so verinnerlicht werden sollen, dass sie in Fleisch und Blut übergehen. So wird in der Übung „eine Busfahrt“ nachgestellt, bei der zwei Jugendliche einsteigen, einen anderen Jugendlichen in der hinteren Reihe unter Druck setzen – die Polizisten nennen sie gerne „Loserplätze“, also die Verliererplätze – weil man dort sehr schlecht entkommt.

Wie reagieren die „Mitfahrer“? Was tun? Wie kann man helfen? Wie sieht sinnvolles Opfer- aber auch Helferverhalten aus? („Kontrolle ist das Wichtigste“ und niemand muss bzw. soll sich selbst in Gefahr begeben)

Am Ende des Tages in der 6. Klasse waren sich die Schülerinnen und Schüler einig: „pack ma’s“ hat nicht nur einen Riesenspaß gemacht, es war vor allem informativ, weil es zeigte, wie man verantwortungsbewusst in Gefahrensituationen und mit Konflikten umgeht und dass eine gute Gemeinschaft sehr hilfreich ist.

SchülerInnen-Äußerungen am Ende des Tages

  • Mir hat alles gefallen, jedoch besonders, wie man sinnvoll mit Gewaltsituationen umgehen soll.
  • Mich hat besonders beeindruckt, dass man ganz schnell vom Opfer zum Täter werden kann.
  • Mir hat es gezeigt, dass es viele Möglichkeiten gibt sich sinnvoll gegen Gewalt zu wehren.